Es war alles die Schuld Napoleons Bonaparte. Seine Soldaten badeten
im Billigwein. Jemand musste ihn herstellen und das Languedoc wurde
reich dabei.
Doch einige Jahre später, als die Neue Welt sich auch in die
Weinproduktion stürzte, fielen die Regionen, die nur Wein
produzierten, der die Zunge schnell blau färbte , tief in den Sumpf.
Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert. Neue Winzer mit neuen
Ideen pflanzten neue Rebsorten. Mit seriöser und ambitiöser Arbeit
errichteten
sie Weingüter, deren Weine heute auch von den bekanntesten
„Weinspuckern“ bemerkt werden.
Domaine Bourdic ist eines dieser Güter. Es ist noch nicht sehr
bekannt, noch nicht. Sie produzieren gute Weine, umweltgerecht und
sorgfältig gemacht. Volle, kräftige Weine mit Biss, die angenehm zu
trinken sind.
Wenn Freunde, die hier in den Ferien
waren, eine Flasche Domaine Bourdic in London, Basel oder
Amsterdam entkorken, bekommen
sie gläserne Augen. „Wie war das doch
schön dort unten!“
Die rote Erde im heissen Sommer; schwüle Lüfte durchtränkt vom
süssen Duft des Ginsters; bunte Blumenteppiche zwischen den
natürlich bearbeiteten Reben; versteinerte Muscheln, die davon
zeugen, dass hier einmal Meeresboden war; Olivenbäume am Rand der
Rebfelder, deren silberne Blätter im Wind reflektieren; zuckersüsse
Feigen, frisch vom Baum gepflückt; Zikaden mit ihrem
ohrenbetäubendem Zirpen.
Das ist Südfrankreich. Diese Erinnerungen steigen hoch mit dem Duft
des Weines beim Entkorken.